Valerio OlgiatiDer Vater des Schweizer Architekten Valerio Olgiati vermachte 1995 einen Teil seiner Kulturgtersammlung der Gemeinde Flims mit der Auflage, das leer stehende, historisch kaum bedeutsame Gelbe Haus zu erhalten und nach seinem Geschmack umzubauen, es vor allem aber von zuoberst bis zuunterst wei anzustreichen. Der Sohn verwirklichte diese Vorgaben auf radikale Weise. Er gestaltete das klassizistisch geprgte Gelbe Haus in Flims vollstndig um, sodass es
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Der Vater des Schweizer Architekten Valerio Olgiati vermachte 1995 einen Teil seiner Kulturgütersammlung der Gemeinde Flims mit der Auflage, das leer stehende, historisch kaum bedeutsame »Gelbe Haus« zu erhalten und nach seinem Geschmack umzubauen, es vor allem aber »von zuoberst bis zuunterst weiß anzustreichen«. Der Sohn verwirklichte diese Vorgaben auf radikale Weise. Er gestaltete das klassizistisch geprägte »Gelbe Haus« in Flims vollständig um, sodass es nun jenseits alpiner Bergromantik im Ortskern des Graubündner Kurortes als weißer, erratischer Kubus erstrahlt: Die historischen Schichten des alten Bruchsteinmauerwerks wurden freilegt und der grobe Stein zusätzlich mit dem Hammer bearbeitet, um der Mauer eine skulpturale, archaische Textur zu geben. Das enthäutete, ruinös wirkende Haus wurde anschließend mit einem neuen Anstrich aus weißer Kalkschlämmung versehen. Mit seinen radikalen Eingriffen hat Valerio Olgiati die ursprüngliche Erscheinung des Gebäudes ins Gegenteil gekehrt und dennoch zahlreiche Bezüge zum originalen Kern hergestellt. Ausgezeichnet als eines der »Schönsten Bücher Österreichs« 2001.